Wahlprogramm

Wir wünschen uns ein Krailling, in dem Menschen aller Generationen unkompliziert in Kontakt kommen – im Alltag, spontan, in der Nähe. Wir brauchen lebendige Orte: kurze Wege, kleine Läden, Cafés, Plätze zum Verweilen. Geschäfte, Gaststätten und Einrichtungen vor Ort bringen Leben in den Ort. Wir wollen sie erhalten und gezielt fördern. Die Gemeindebücherei ist schon jetzt ein wichtiger Treffpunkt für Familien – dieses Angebot wollen wir stärken. Auch ein Ferienprogramm für Kinder soll wieder möglich werden – direkt im Ort.

Für ältere Menschen sind weitere wohnortnahe Begegnungsorte notwendig – ähnlich wie der Gemeinschaftsraum im Seniorenwohnen an der Margaretenstraße.

Jugendliche sollen wieder einen eigenen Treffpunkt bekommen und durch offene Jugendarbeit unterstützt werden.

Uns ist wichtig: Alle Generationen sollen in der Gemeindepolitik mitreden können –durch einen Familienbeirat und durch die Stärkung der bestehenden Jugend- und Seniorenbeirats.

Großes Potenzial liegt im Paulhan-Platz als lebendigen Treffpunkt für alle: Wir sehen zum Beispiel ein kleines Café, mehr Sitzplätze und einen Spielbereich – zentral im Herzen von Krailling.

Stromerzeugung durch erneuerbare Energien hat sich längst durchgesetzt. Bereits heute werden 57 % der gesamten Strommenge in Deutschland aus nachhaltigen Quellen gewonnen, in Bayern sogar über 70%. Mit dem Verzicht auf Kohle, Öl und Gas schützen wir unsere Sicherheit, unsere Gesundheit und das Klima. Wir schonen unseren Geldbeutel und verringern unsere Abhängigkeit von Drittstaaten. 

Die Herausforderungen liegen inzwischen weniger beim Ausbau als bei der Speicherung, der Verteilung und der zeitlich angepassten Nutzung von Strom. Mit dem Regionalwerk Würmtal, dem 25 % der regionalen Stromnetze gehören, hat die Gemeinde gute Chancen, diese Aufgabe anzugehen. 

Bei der Wärmeplanung ist vieles in Bewegung. Die Wärmepumpe als bewährte Technologie überzeugt mit höchster Effizienz – auch für Bestandsgebäude. Unsere Gemeinde arbeitet an Konzepten für eine kommunale Wärmeplanung. Wir fordern hier eine transparente weitere Planung und eine verlässliche Umsetzung. 

Zurzeit gehen verantwortungsbewusste Bürger*innen in Sachen Strom und Wärme in Vorleistung. Das Know-how entsprechender Betriebe ist lokal angesiedelt. Aufgabe der Gemeinde ist es, gemeinsam mit diesen Firmen und den aktiven Bürgern Überzeugung und Akzeptanz in der Bevölkerung zu fördern.

Der Verkehr soll sich auch in Krailling den gesellschaftlichen und technischen Veränderungen anpassen. Verkehrsteilnehmende, Jung und Alt, müssen sicher und zuverlässig unterwegs sein können. Der steigende Anteil an Radfahrer*innen und Fußgänger*innen muss sich daher in der Flächennutzung abbilden. Der Straßenraum soll wieder mehr zu einem Aufenthaltsbereich werden, um ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld zu bieten.

Mit unseren Initiativen hat es wesentliche Verbesserungen in den letzten sechs Jahren gegeben. So verbindet jetzt die neue Fußgängerbrücke beide Ortsteile. Ein ruhiges und gleichberechtigtes Miteinander für alle Verkehrsteilnehmenden ist möglich. Wichtig sind jetzt noch weitere Fahrradabstellplätze und mehr Grünbereiche.

Die Busverbindungen im Ort und in die Nachbargemeinden sind ausgebaut worden. Sie werden von vielen Bürger*innen genutzt. Dringend verbessert werden muss jedoch die Bus-Anbindung der Ortsteile Pentenried und Frohnloh sowie des Gewerbegebiets KIM. 

Wir wollen den kostensparenden und naturverträglichen Ausbau der Radwege vorantreiben. Fahrradschutzstreifen sollen die Verkehrssicherheit erhöhen, wo es möglich ist. Und wir wollen weitere öffentliche Ladestationen für Elektro-Autos einrichten, hier gibt es schon länger konkrete Vorschläge von uns.

Die Gemeinde Krailling ist von wertvoller Natur umgeben.

Die Wiesen und Wälder, die vielfältigen Biotope und Felder sowie die Würm sind wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Es gibt hier sehr seltene und geschützte Arten. Wir Kraillinger Grüne wollen unseren Bannwald und die Natur- und Erholungsflächen wirksam schützen und unbebaut erhalten – für die nächsten Generationen. Kinder und Natur dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden! Gute, intelligente Lösungen im Einklang mit der Natur sind machbar. Wir alle sollten mithelfen, unsere Umwelt und das Klima zu schützen.

Wir setzen uns mit Sachverstand dafür ein, dass unser Bannwald und gesetzlich geschützte Biotope dauerhaft vor Bebauung und Schädigung geschützt werden – wie z. B. die sehr artenreiche Sanatoriumswiese und der Osthang. Sie sollen für uns Bürger*innen als Naherholungsgebiete und Frischluftschneisen bewahrt werden. Wir wollen, dass Krailling noch bienenfreundlicher wird – mit blühenden und summenden Streuobstwiesen, Weg- und Straßenrändern. Wir wollen die wichtige Artenvielfalt mit ihren Nützlingen fördern, durch naturnahe Gestaltung und Bodenschutz. 

Innerorts wollen wir den Baumbestand in Krailling wirkungsvoller als bisher schützen. Das ist entscheidend für die Artenvielfalt im Ort. Und es hilft, die zu erwartenden zunehmenden Hitzeperioden für uns erträglicher zu machen. Naturschutz ist Menschenschutz!

Wir wollen unsere Wohnqualität mit den Grün- und Waldflächen erhalten – hochgeschätzt von allen Bewohner*innen in Krailling, Pentenried, Frohnloh und Gut Hüll. Die maßvolle Verdichtung der Bebauung darf nicht auf Kosten der Durchgrünung und der Klimaresilienz erfolgen.

Wir stehen für einen Wohnungsmix für alle Bevölkerungsgruppen im bestehenden Siedlungsraum. Bei Neubauten sind die öffentlichen und sozialen Interessen zu berücksichtigen. Die Gemeinde steuert mit Bebauungsplänen und abwägenden Beschlüssen die bauliche Entwicklung auf nachhaltige Weise. 

Wohnen muss bezahlbar sein. Daher sollen vorhandene Gebäude mit ihrem Potenzial erhalten bleiben und überschaubar an neue soziale und ökologische Anforderungen angepasst werden. Wir unterstützen die Akteure für die Wärmeversorgung und die Modernisierung von Wohnungen.

Wir fördern Initiativen, die Wohnraum an die Bedürfnisse im Alter anpassen und eine häusliche Versorgung ermöglichen. Die Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten im nahen Umfeld werden gepflegt und weiter barrierefrei ausgebaut.

Die Sanierung unserer Grundschule ist längst überfällig. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass die vom Gemeinderat gefassten Beschlüsse umgesetzt werden, um die Schule an ihrem bisherigen Standort zu erhalten. Der jetzige Schulweg ist für kurze Kinderbeine lang genug!

Eine Versiegelung wertvoller Naturflächen für einen Schulneubau auf der Sanatoriumswiese lehnen wir ab – aufgrund des erheblichen zeitlichen Vorlaufs für baurechtliche Vorbereitungen und der zusätzlichen Kosten für die Erschließung.

Wir brauchen jetzt konsequentes und tatkräftiges Handeln im Sinne der getroffenen Entscheidungen des Gemeinderats. Damit erlangen wir schrittweise mehr Planungssicherheit. Wir setzen in der laufenden Vorplanungsphase auf engen Dialog mit allen Beteiligten. Nur so kann ein tragfähiges Raum- und Nutzungskonzept entwickelt werden. Dabei müssen auch die Kosten verschiedener Optionen so genau wie möglich ermittelt werden. Die Gemeindeverwaltung muss hier das beauftragte Architekturbüro nach Kräften unterstützen. 

Die Ergebnisse der Vorplanung entscheiden über die Finanzierung. Sie bringt Klarheit über die konkreten Anforderungen, die Höhe möglicher Zuschüsse und die Frage, ob ein Interimsgebäude notwendig ist. Auch die Möglichkeit einer Kreditaufnahme und ergänzender Finanzierungsinstrumente muss geprüft werden. 

Klar ist: Die Lösung des Grundschulthemas hat für uns oberste Priorität – also packen wir es an!

Unsere Unternehmer*innen wollen mehr Transparenz und eine bessere Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Diesem Wunsch möchten wir gerne entsprechen. Wir stellen fest, dass es nicht um mehr Flächen geht, sondern um ein besseres Miteinander mit allen Firmen in Krailling. Mit KIM e.V. und dem Gewerbeverband haben wir zwei gut funktionierende Vertretungen der Kraillinger Gewerbetreibenden. Wir wollen die Kooperationen mit ihnen intensivieren.

Grüne und Wirtschaftsentwicklung? Das passt sehr gut zusammen! Unternehmen aus allen Branchen setzen immer mehr auf Nachhaltigkeit. Das macht sich in Investitionen, in der Produktion bis hin zur Auswahl von Dienstleistern bemerkbar. Wir unterstützen das. Wir nutzen die vorhandenen Gewerbeflächen zur baulichen Weiterentwicklung. Wahllose Flächenplanung zerstört langfristig die Grundlagen unseres Lebens. Die Kosten zum Ausgleich der Klimaveränderung steigen rapide an. Das bremst die Wirtschaft und daher streben wir eine hochwertige Nutzung der vorhandenen Flächen an.

Eine kommunale Kulturszene ist wichtig für eine lebendige Gemeinschaft in einer Gemeinde. Es ist schade, dass Krailling seit dem Ende des KultArt keine große kulturelle Veranstaltung für alle mehr anbietet. Wir kämpfen seit 2020 für ein Festival, das von lokalen Vereinen unterstützt werden soll. Das Konzept steht. Gehen wir’s an!